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Published on Mai 4th, 2011 | by Crow

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Ignis Fatuu – Neue Ufer

Ignis Fatuu – Neue Ufer Crow

Summary:

3,5


Das Nürnberg eine Stadt mit sehr vielen talentierten Bands und Musikern ist, kann und will wohl auch keiner bezweifeln. Ebenfalls nicht zu bezweifeln ist, dass eine dieser Bands besondere Beachtung verdient. Ignis Fatuu, dass sind vier Nürnberger Jungs und ein Mädel, die mit Sackpfeifen, Geige, Schalmeien und klassischen Rockinstrumenten feinsten Mittelalterrock fabrizieren. Beachtung verdienen die fünf nicht etwa, weil sie demnächst erfolgstechnisch ohne Zweifel durchstarten werden, nein, sie sind schon längst dabei. Die Band die noch vor drei Jahren (oder waren’s vier? [Schlechtes Gedächtnis – Anm.d.Verf..]) am Bardentreffen selbst gebrannte Demo-CDs feilbot, brachte nun im April diesen Jahres bereits ihr zweites Studioalbum auf den Markt.

 

Um es mal vorneweg zu nehmen, wirklich neues findet man auf „Neue Ufer“ nicht, dafür jedoch altbewährtes in durchaus gefälligem Gewand.

Der Opener „Wolfszeit“ besticht direkt durch ein interessantes Kontrastspiel zwischen Rhythmus-Gitarre und eingängigen Melodienpassagen. In „Spiel des Lebens“ geht es um das Spiel, dass jeder von uns täglich spielt und das in der Regel tötlich endet. Das treibende Tempo und der Mitgröhlcharakter dieses Songs lassen vermuten, dass er besonders live zur Erfolgsnummer wird. Weiter geht’s mit dem deutlich rockigerem Song „Scherenschnitte“. Den lyrischen Inhalt dieses Songs darzulegen, würde reine Spekulation bedeuten.

Das ist ohnehin etwas, was an diesem Album immer wieder possitiv auffällt: Es wird lyrisch durchaus mehr als nur an der Oberfläche gekratzt ohne dabei so abstrakt zu werden, dass das Vorhandensein von Sinn fraglich würde. So ist auch beim ersten Höhepunkt des Albums mit dem Titel „Mondnacht“ interpretieren angesagt. Eine wunderschöne Flötenmelodie, unterstützt von tragenden Geigenpassagen zaubert eine leicht melancholische Atmosphäre, durchaus dazu an der Lage, Gänsehaut hervorzurufen.

Über die tanzbaren Nummern „Wörterschmied“ und „Maskenball“ und das hymnenhafte „Neue Ufer“ geht’s zu der klassischen Rock-Ballade „Wenn nicht ich, wer dann“.  Hier greift erstmals Pfeiferin Irene nach dem Micro und liefert sich ein überaus überzeugendes Duett mit Stammsänger Alex. Es folgten die Songs „Wahre Schönheit“ und „Junger Krieger“. Weiß ersterer noch durch schnelle Metalriffs und einen interessanten Text zu überzeugen, so entpupt sich letzterer als klassische Mittealterrocknummer, wie es sie leider schon zu oft gab. Auch der Track „Albtraum“ kann mit seinem betont getragenen Tempo nicht wirklich überzeugen und erinnert stark ein ähnlich betiteltes Stück von SubwayToSally. Umso erfreulicher, dass bei „Stille Wasser“ und dem abschließenden „Hochmut“ eine Art Ignis Fatuu 2.0 zum Vorschein kommt. Hier stimmt nahezu alles: Kreatives Melodiespiel, klasse Gitarrenriffs und zwei tolle Text, dargeboten im Duett.

 

Fazit: Mit „Neue Ufer“ haben die fünf Nürnberg einen Silberling abgeliefert, an dem es wenig zu meckern, allerdings auch wenig wirklich hervorzuheben gibt. Teilweiße erinnert die Musik noch stark an frühe Werke der Szenegröße Schandmaul, was an der nahezu deckungsgleichen Instrumentalisierung liegen mag. Hier sollte noch einwenig am wirklich eigenen Stempel gefeilt werden. Eine Möglichkeit hierfür wäre sicherlich, die weiblichen Gesangspassagen noch weiter in den Vordergrund zu rücken. Die Stimmen von Irene und Alexander harmoniert derart gut miteinander, dass es schade ist, sie in Verbindung so selten zu hören. So reiht sich das Album leider nur im oberen Durchschnitt ein.

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About the Author

Ich habe Metal gleich zweimal zum Beruf gemacht. Nicht nur als Feinwerkmechanikermeister, sondern auch als Geschäftsführer von N-Metal. Der Metal ist für mich mehr als nur Musik. Es ist Leidenschaft und ein guter Ausgleich zu meinem eigentlichen Beruf.



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