Zum Anfang muss ich gleich sagen, dass ich nur ungern die Vergleichskeule RAMMSTEIN – MAERZFELD auspacke, aber während meiner Zeit mit dem Album ‚Fremdkörper‘, drängt sich das einem nicht einfach nur so auf, sondern man empfindet diese Gegenüberstellung eher als schmeichelhaft. Immerhin ist RAMMSTEIN „Deutschlands bester Exportschlager“. Wenn man hier ansatzweiße die gleiche Qualität erbringt, dann ist man nicht nur dem Erfolg, sondern auch den Fans ganz nahe.

Das neue Album ‚Fremdkörper‘ bietet einiges mehr als nur die Anteile alter Erfolge. Hier prägen vor allem die schweren und realen Geschichten wie „La petite mort“, „Letzter Sommer“ oder der Titelsong „Fremdkörper“. Egal ob man beim Streben nach Liebe nur das Unglück findet, einem verstorbenen Freund einen Nachruf schenkt, oder das Leben im falschen Körper besingt. Genau hier trifft MAERZFELD den richtigen Ton und macht diese Erlebnisse greifbar für die Hörer.

Gesellschaftskritisch zeigen sich die Nürnberger, mit „Krieg“ und „Heilige Krieger“. Beide Songs kreuzen sich in ihren Themen und stellen uns eine große Frage: „Blinder gehorsam oder die eigene Freiheit?“

Aber wie jedes Album hat auch dieses seine Schattenseiten. Bei ein paar Titeln hätten einige Stunden mehr im Studio noch viel herausgeholt. Das kann natürlich an der kurzen Zeit liegen, die zwischen dem Erstlingswerk ‚Tief‘ (16.03.2012) und der aktuellen Scheibe ‚Fremdkörper‘ (03.01.2014) verging.

Dennoch ist ‚Fremdkörper‘, mit all seinen Ecken und Kanten, ein Vorzeigealbum der NDH-Szene und zeigt, was mit viel Fingerspitzengefühl und offenen Augen für den Menschen alles möglich ist.